FeSM mischt sich ein!


 Darmstadt 07.08.2013

 

Online-Petition für gerechtere Renten

Darmstädterin sammelt Unterschriften

Sucht nach Unterstützern: Gerlinde Hölzel mit Ausdrucken iher Online-Petition. Foto: Claus Völker
Sucht nach Unterstützern: Gerlinde Hölzel mit Ausdrucken iher Online-Petition. Foto: Claus Völker

Nach dem Rentengesetz wird jeder bestraft, der früh
angefangen hat zu arbeiten, kritisiert die ECHO-Leserin Gerlinde Hölzel. Sie fordert ein gerechtes System und hat eine Online-Petition gestartet, um Unterschriften zu sammeln und Unterstützer zu gewinnen.

Wenn die 58 Jahre alte Gerlinde Hölzel knapp 61 ist, hat sie die Renten-anwartschaftszeit von 45 Jahren erreicht. Die Darmstädterin muss aber trotzdem noch bis 65 arbeiten, wenn sie nicht will, dass ihre Rente gekürzt wird. „Das ist ungerecht“, findet sie. „Seit Jahren unter-halte ich mich mit Betroffenen über diese Regelung für besonders langjährige Versicherte“, erzählt sie: „Unser Rentensystem hat sich überholt.“

Gerlinde Hölzel hat mit 15 Jahren eine Lehre als Großhandelskauffrau gemacht und später eine Ausbildung in der Krankenpflege. Auf dem zweiten Bildungsweg holte sie ihr Abitur nach und bekam drei Kinder. Heute arbeitet sie im pharmazeutischen Außendienst. Mehr als 13 Jahre lang war sie als Betriebsrätin tätig. „Ich kenne die Sorgen der Betroffenen. Ich wundere mich nur, dass dagegen noch niemand etwas unternommen hat.“

Nach der aktuellen Regelung in der Rentenversicherung können Versicherte, die mehr als 45 Berufsjahre hinter sich haben, mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Dies gilt allerdings auch für diejenigen, die beispiels-weise schon mit 16 Jahren in den Beruf gestartet sind und bereits im Alter von 61 Jahren die 45 Arbeitsjahre hinter sich haben. „Sie müssen entweder weiterarbeiten, bis sie 65 sind, oder, wenn sie früher aufhören wollen, Rentenabschläge hinnehmen“ so Gerlinde Hölzel.

„Die Ungleichbehandlung schreit zum Himmel.“ Sie fordert, dass die Rente bei gleicher Lebensarbeitszeit unabhängig vom Alter ohne Abschläge gewährt wird.

 

Von der Schule direkt in den Beruf

Betroffen seien von der derzeitigen Regelung vor allem Menschen in Pflege- und Dienstleistungsberufen, Hand-werker, Friseure oder Einzelhandels-beschäftigte, die direkt nach der Hauptschule berufstätig wurden. Zahlen, wie viele Menschen solche Erwerbsbiografien haben, kann Gerlinde Hölzel nicht nennen: „Es sind vermutlich mehr, als man denkt.“

Sie hat sich vorgenommen, ihr Anliegen öffentlich zu machen. In einem ECHO-Artikel hatte sie vor einigen Wochen von der Möglichkeit gelesen, über Online-Petitionen Unterstützer zu suchen. „Da ging es um Mütter, die weniger Rente bekommen als Frauen, die    nach 1992 geboren wurden“, erinnert sie sich.

Kurzerhand veröffentlichte sie daraufhin ihre eigene Initiative unter www.openpetition.de . Mehr als 40 sind es bereits, die sich auf dem Online-Portal einge-schrieben haben. Die Unterschriftenaktion läuft noch bis 16. August.

Da Gerlinde Hölzel fürchtet, dass sie über den Online-Weg manche Menschen nicht erreicht, verschickt sie Mails an Freunde und Bekannte und macht Aushänge in Firmen, Kliniken und Altenheimen. Sie hat auch bereits Gewerkschaften, Sozialverbände und Parteien angeschrieben. Mit dem Rücklauf ist sie nicht zufrieden. Sie fürchtet, dass alle erstmal den Wahlkampf abwarten wollen. Ihren Elan dämpft das nicht. Sie ist auch bereit, notfalls den Klageweg einzuschlagen. Und sie will versuchen, einen Termin bei Angela Merkel zu bekommen, um sie von ihrem Anliegen zu überzeugen. „Dazu würde ich glatt nach Berlin fliegen“, sagt sie und lacht. An Engagement fehlt es ihr nicht. Sie hofft nun auf möglichst viele Unterstützer: „Wir müssen neue Wege gehen.“  


FeSM hat sich inzwischen diese Sache aebenfalls zu eigen gemacht und wird Frau Hölzel zur Seite stehen.

 

Wir rufen alle Freunde und Gönner unseres Vereins auf, ebenfalls dieser Petition beizutreten und diese allen Freunden und Bekannten zu teilen.

 

Bitte hier unterzeichnen:


https://www.openpetition.de/petition/online/keine-rentenabschlaege-fuer-besonders-langjaehrig-versicherte-bei-renteneintritt-vor-dem-65-lebensja

 

 

Herzlichst Ihr Erik A.C. Bogorinski