Jeder, der jemals von einem „Burnout“ betroffen war, hatte und hat mit den unterschiedlichsten Erfahrungen zu kämpfen.

Aus diesem Grund haben wir als Betroffene diese Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen, um unsere Erfahrungen zu teilen und uns gegenseitig zu begleiten.


Ausgebrannt

BURN-OUT  Mit diesen Tipps der Überlastung vorbeugen

Von Prof. Dr. Norbert Rohleder

Hoher Leistungsdruck, ständig!? Erreichbarkeit, Mehrfachbelastungen durch Beruf, Familie und Freizeitgestaltung und kaum Zeit zum Regenerieren. All das kann zu einem Burn-out führen, einem Zustand totaler Erschöpfung. Diese kann auf verschiedenen Ebenen eintreten: emotional ("ich kann nicht mehr"), leistungsmäßig ("ich schaffe das nicht mehr"), sozial ("ich kann niemanden mehr ertragen") oder motivational ("ich kann mich nicht aufraffen"). Oft begleiten ihn körperliche Symptome wie Infekte, Verspannungen, Ohrgeräusche. Magen-Darm- oder Herz- und Kreislauf-Beschwerden. Doch das Risiko einer Erkrankung lässt sich verringern. Die folgenden Tipps können 'dabei helfen; Stressfallen zu erkennen und diese zu reduzieren.

 

Nicht immer erreichbar sein:  Es gibt mittlerweile kaum eine Zeit, in der wir nicht ansprechbar sind. Das Handy liegt nachts griffbereit neben dem Bett und schon beim Frühstück rufen wir die ersten E-Mails aus dem Büro ab: Eine Lösung ist es" sich bewusst Freiräume zu schaffen: So können Computerfreie Zeiten festgelegt oder das Schlafzimmer zur Handyfreien Zone erklärt werden. Auch ein Internet-Entzug unterstützt das Abschalten.

 

Multitasking möglichst vermeiden:  Multitasking ist nichts anderes als das Hin-und-her-Springen zwischen verschiedenen Tätigkeiten. Die einzelnen Aufgaben erledigt man auf diese Weise oft dabei deutlich schlechter, als
wenn die Aufmerksamkeit sich nur auf eine Sache richtet. Zudem produziert der Körper beim Multitasking das Stresshormon Cortisol, welches Herzinfarkte begünstigt.

In dieser Zeit sollte außerdem auf Handy, E-Mails und Messenger-Dienste verzichtet werden. Selbst umfangreiche Projekte lassen sich auf kleinere Einzelschritte herunterbrechen, die nacheinander erledigt werden können.

Prioritäten setzen:  Häufig entsteht Stress, weil zu viel Arbeit für zu wenige Stunden am Tag vorliegt. Wenn das der Fall ist, ist vor allem eines wichtig: Entscheidungen treffen! Eine Trennung von Wichtigem und Unwichtigem liefert erste Anhaltspunkte: Was ist zwingend notwendig? Was bringt mich weiter? Was führt zu schwerwiegenden Konsequenzen, wenn es nicht erledigt wird? Die Fähigkeit, Nein zu sagen und - wenn möglich - Dinge zu delegieren, erleichtert den Arbeitsalltag sehr.

 

Viel Freizeit und Erholung:  Viele Menschen arbeiten bis spät in den Abend und nehmen sich noch Aufgaben mit nach Hause. Sie vernachlässigen Freunde und Familie und sind demotiviert und lustlos, weil kein Raum für neue Inspirationen bleibt. Wichtig ist daher, eine feste Uhrzeit zu bestimmen, zu der ein Arbeitstag endet. Wenigstens ein Tag pro Woche sollte außerdem freigehalten werden für Spaß, Entspannung oder einfach Nichtstun. Vertraglich zustehenden Urlaub lassen Arbeitnehmer am besten nicht verfallen. Selbstständigen hilft es ebenfalls, regelmäßig feste rund am besten zusammenhängende Urlaubstage einzuplanen - ohne Aufträge, denn eine richtige Auszeit ist genauso wichtig wie die Arbeit!

Und wenn große Rückzugsinseln nicht in Sicht sind, kann schon das "Stehlen" von ein paar Minuten etwas Erleichterung bringen.  Selbst ein kurzes Zeitfenster reicht für einen kleinen Spaziergang oder eine Viertelstunde tanzen zur Lieblingsmusik. Wer es ruhiger mag oder braucht, schließt für fünf Minuten die Augen und hängt einfach seinen Gedanken nach.

 

Auf die Gesundheit achten:  Häufig braucht es nicht viel, um ein bisschen gesünder zu leben und so das Burn-out-Risiko zu verringern: Regelmäßige Bewegung, eine bewusste Ernährung mit genügend Flüssigkeit sowie ausreichend Schlaf spendet viel Energie und gibt Kraft für den Alltag. Das ist wichtig, denn Burn-out kann jeden treffen.