30.07.2014

Vier Zimmer hat die Krisen-Pension bei der Caritas in Darmstadt. Dienststellenleiterin Monika Daum, Assistent Bastian Ripper und Direktor Franz-Josef Kiefer stellen die Räume vor. Foto: André Hirtz
Vier Zimmer hat die Krisen-Pension bei der Caritas in Darmstadt. Dienststellenleiterin Monika Daum, Assistent Bastian Ripper und Direktor Franz-Josef Kiefer stellen die Räume vor. Foto: André Hirtz

 

Ambulante Hilfe bei seelischen Krisen

Versorgung – Netzwerk psychischer Gesundheit beim Caritas-Verband

 

Der Caritas-Verband in Darmstadt hat am Mittwoch einen Krisendienst für psychisch Erkrankte in der Sturzstraße in Bessungen eröffnet.

 

Für Menschen in psychischen Krisen ist ein stationärer Aufenthalt in einer Psychiatrie nicht immer die beste Lösung. Eine Alternative ist eine ambulante Behandlung. Möglich ist dies beim Caritas-Verband in Darmstadt. Am Mittwoch hat der Verband offiziell seinen Krisendienst in der Sturzstraße in Bessungen eröffnet. Gearbeitet wird dort bereits seit knapp einem Jahr, wie Bastian Ripper, Assistent des Caritas-Vorstands, erklärt.

 

Behandlung im gewohnten Umfeld

 

Gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse baue der Caritas-Verband in Darmstadt das Netzwerk psychischer Gesundheit auf, sagt Ripper. Damit solle ermöglicht werden, psychische Erkrankungen im gewohnten Lebensumfeld zu behandeln. „Menschen, die sich in einer seelischen Krise befinden, können bei uns außerhalb der stationären Psychiatrie Hilfe erhalten.“ Das Projekt richte sich an Patienten, die bereits einen stationären Aufenthalt in einer Psychiatrie hinter sich haben oder medikamentös behandelt wurden, erklärt Ripper.

 

Zu diesem Zweck hat der Caritas-Verband Beratungs- und Therapieräume, eine Notfallnummer und eine Krisen-Pension mit vier Plätzen eingerichtet. In der Wohnung werden die Patienten 24 Stunden von Fachkräften betreut und bei alltäglichen Tätigkeiten unterstützt. Die Behandlung erfolge aber weiterhin durch Ärzte, wie Ripper erläutert. „Uns geht es um Krisenintervention, den Menschen zur Seite zu stehen, wenn es akut Probleme gibt.“

 

Ziel sei es, die Patienten so weit zu unterstützen, dass sie trotz ihrer psychischen Erkrankung im gewohnten familiären und beruflichen Umfeld bleiben können. „80 Prozent der Patienten gehen arbeiten und wollen das auch weiterhin“, sagt Ripper. Aktuell werden 200 Patienten in dem Darmstädter Netzwerk betreut. Eine begrenzte Platzzahl gebe es nicht, erklärt Ripper. „Personal wird bei Bedarf nachgezogen.“ Aktuell arbeiten sieben Angestellte und mehrere Honorarkräfte beim Krisendienst in Darmstadt. Caritas-Direktor Franz-Josef Kiefer rechnet in den nächsten Jahren mit 700 bis 800 Patienten.

 

Bei der Caritas wird jedem Patienten ein Fallmanager zur Seite gestellt, der einen Behandlungsplan erstellt, zu Arztterminen oder Selbsthilfegruppen begleitet. „Hausbesuche sind ebenfalls möglich“, erklärt Dienststellenleiterin Monika Daum. „Denn nicht jeder Patient hat die Möglichkeit, zu uns zu kommen. Oder fühlt sich zu Hause einfach wohler.“ Die Arbeit beschränke sich nicht nur auf Darmstadt. „Hier ist die Koordinierungsstelle, doch arbeiten wir mit allen Caritas-Zentren in der Umgebung zusammen.“

 

Angebot nicht für alle gesetzlich Versicherten

 

Nutzbar ist das Angebot der Caritas nicht für alle gesetzlich Versicherten, wie Ripper erklärt. Zurzeit gebe es nur Verträge mit der Techniker Krankenkasse, KKH Allianz, Betriebskrankenkasse Merck, Siemens Betriebskrankenkasse und der Daimler Betriebskrankenkasse. Erkrankte könnten nur über diese am Netzwerk beteiligten Krankenkassen für das Programm angemeldet werden. „Ich hoffe, dass sich in Zukunft noch mehr Krankenkassen dem Netzwerk anschließen.“