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Weiterstadt / Erzhausen 30.01.2016

Land Hessen zeichnet Weiterstädter Verein aus

Von Marc Wickel

LEBENSHILFE Als Initiative des Monats wird „Für ein sozialeres Miteinander“ geehrt

WEITERSTADT - Der Verein „Für ein sozialeres Miteinander“ ist vom Land Hessen als „Initiative des Monats“ ausgezeichnet worden. Der Verein berät und unterstützt unter anderem beim Umgang mit Ämtern und Sozialbehörden.

„Als ich Verein ,Für ein sozialeres Miteinander‘ gelesen habe, habe ich mich erst einmal gefragt, was das ist“, sagte Michael Bußer von der Hessischen Staatskanzlei. Der Staatsekretär und Pressesprecher der Landesregierung war vor wenigen Tagen Gast im Weiterstädter Wohn- und Quartierzentrum, um den Verein als „Initiative des Monats“ auszuzeichnen.

Vereinsvorsitzender Erik Bogorinski erläuterte, worum es dem Verein, der kurz FeSM genannt wird, geht. Menschen zu unterstützen, die in den Mühlen der Verwaltung hängenbleiben, nannte er als Beispiel. „Oft kommen die Menschen erst zu uns, wenn es fast schon zu spät ist.“ Arbeitslosigkeit oder eine Behinderung werde von den Betroffenen oft lange versteckt und verschwiegen.

Der Verein FeSM bietet beispielsweise Beratung und Beistand bei Behördengängen. Bogorinski schildert, dass sich der Ton einiger Behördenmitarbeiter deutlich versachliche, wenn beispielsweise er dabei sei. Den Umgang mit Behörden hat Bogorinski aus eigenen Erfahrungen gelernt, als er nach einer Krebserkrankung vom beruflich Selbstständigem zum Arbeitslosengeld II-Bezieher wurde.

„Was imponiert, ist, dass die Initiative zu dem Verein aus ihrer eigenen Biografie kommt“, sagte Bußer. Oft komme Hilfe und Rat von denen, die selbst entsprechende Erfahrungen gemacht hätten, auch besser an.

Weitere Angebote des Vereins sind Coaching im persönlichen und beruflichen Bereich, eine Burnout-Selbsthilfegruppe oder Hilfe bei der beruflichen Integration für Langzeitarbeitlose. Der Verein sei teilweise ungeliebt, weil er Dinge anders anpacke, sagte Bogorinski. Zudem sei der Verein in keinem Dachverband, damit falle man bei Ämtern teilweise durchs Raster.

„Erst helfen, dann abwickeln“

„Und wir helfen erst und wickeln dann ab“, erklärte der Vorsitzende, wie man Probleme anders anpacke. Beispielsweise vermittele man erst einen Rechtsbeistand und kläre dann die Kostenübernahme. Oder man lege Fahrtkosten für eine Fahrt zum Arzt aus und rechne dann mit der Krankenkasse ab.

Der Verein organisierte auch Spendenaktionen, wie zum Beispiel 2011 für eine Mühltaler Familie, die ein behindertengerechtes Auto für ihr Kind benötigte. Bei einem aktuellen Projekt in Rüsselsheim wird es um Fahrräder für Menschen mit Behinderung gehen, kündigte Erik Bogorinski an.

Die Auszeichnung für den Verein kam übrigens mit Verspätung, denn der Verein ist eigentlich Initiative des Monats November 2015.

Im Internet www.fesm.de